2,90 EUR für den Kaffee, 3,25 EUR das belegte Brötchen, 1,49 EUR für eine Apfeltasche und weitere 2,80 EUR für die Zeitung am Kiosk – das sind die Kleinstbeträge, die ich heute ausgegeben habe, und die auf einen Gesamtbetrag von 10,44 EUR kommen. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich zusätzlich fünf digitale Zeitungsartikel, zwei Blogeinträge und ein paar Videos konsumiert. Vermeintlich habe ich dafür nichts gezahlt (siehe Beitrag zu Teil 2 der Reihe – Warum Werbeprofile der Kuhhandel des 21. Jahrhunderts sind), aber mir Werbung angesehen. Da diese Werbung mir aufgrund meines Online-Profils ausgespielt wird, habe ich diesen digitalen Konsum indirekt mit meinen Daten bezahlt. In meinem letzten Beitrag hatte ich ausgeführt, wie AdBlocker die digitale Werbung für mich ausschalten. So greife ich in das Verhältnis zwischen freiem Digitalkonsum und einem industriellen Gegenwert ein, indem ich Inhalte konsumiere, aber gleichzeitig die Einkommensquelle der Website-Anbieter beschneide. Informationshappen auf dem Ernährungsplan Neben AdBlockern gibt es auch andere Möglichkeiten, die zwar Symptome des im Hintergrund laufenden Datenhandels bekämpfen, aber nicht die Krankheit selbst behandeln, die es in dem heutigen System gibt. Ein weiteres Mittel sind sogenannte Micro Payments (Zahlungen von Kleinstbeträgen), mit denen der Nutzer für den Konsum von Inhalten in Form […]

“If you are not paying for it, you’re not the customer; you’re the product being sold“ (Andrew Lewis) Seit ich dieses Zitat das erste Mal gelesen habe, verfolgt mich die Frage, was es mit dem Zitat auf sich hat und insbesondere welche Rolle diese Aussage in Bezug auf mein heutiges digitales Leben spielt. Sobald ich das Internet nutze, wird mir ständig suggeriert, etwas geschenkt zu bekommen oder von besonderen Angeboten profitieren zu können. In Wahrheit bekomme ich wahrscheinlich außer an meinen Geburtstagen oder den Zwei-für-Einen-Burger-Gutscheinen nichts geschenkt. Dennoch erlebe ich jeden Tag, dass die unzähligen Dienste, die ich regelmäßig nutze, nichts kosten – das Versenden von E-Mails, das Lesen meines Online-Lieblingsmagazins oder der Kontakt zu alten Schulfreunden durch soziale Netzwerke. Informationsinteresse an Internet und Online-Diensten in Deutschland (Quelle: Statista) Das böse Wort „Online-Werbung“ Wenn man sich auch nur einen Augenblick mit dem Geschäftsmodell der meisten Online-Dienste auseinandersetzt, versteht man schnell: Nichts ist umsonst und man bekommt nichts geschenkt! Denn tatsächlich bezahle ich diese unzähligen Angebote entweder damit, mehr zu konsumieren, als ich eigentlich wollte oder mit sämtlichen Informationen darüber, was ich kaufe und wer ich bin – also meinen persönlichen Daten. Ich habe dieses Internet kennengelernt, beherrscht von ratternden 56k […]