Auf nahezu jeder Webseite erlebe ich derzeit „Mein persönliches Angebot“ ̶ mein Videostreamingdienst zeigt mir „Meine Watchlist“, meine Zeitung fasst „My News“ für mich zusammen und mein Online-Einkauf wird zu einem Erlebnis „nur für mich“. Dabei frage ich mich jedoch des Öfteren, warum die vorgeschlagenen Artikel nicht auf meine Interessen passen oder wer eigentlich Laufschuhe zusammen mit einem Smoking kauft. Versteht einer der größten Online-Händler unter Emanzipation etwa tatsächlich, den Akkubohrer direkt neben dem Ladyshaver anzubieten? Abweichende Kaufempfehlungen und langweilige Posts Heutzutage dürfte nahezu allseits bekannt sein, dass bei jedem Klick im Internet Daten über mich gesammelt werden und ich somit unentwegt digital getracked werde (siehe Blogbeitrag Kuhhandel). Somit scheint es eigentlich nur wenige Gründe dafür zu geben, warum die Ergebnisse der „persönlichen Angebote“ so sehr von meinen tatsächlichen Interessen abweichen müssen. Die Grundlage, mir ein echtes, individualisiertes Kauferlebnis zu schaffen, müsste doch eigentlich mittlerweile vorhanden sein. Trotzdem – wenn es nach der Meinung der Werbetreibenden geht – wollen diejenigen, die sich für die politische Lage im Nahen Osten interessieren, automatisch auch (Urlaubs-)Reisen an den gleichnamigen Ort unternehmen. Sogar auf meinen sozialen Netzwerkprofilen, denen ich heutzutage unbedarft einen Großteil meines Lebens anvertraue, stimmt die „Sortierung“ der Posts und Ereignisse nach […]