Auf nahezu jeder Webseite erlebe ich derzeit „Mein persönliches Angebot“ ̶ mein Videostreamingdienst zeigt mir „Meine Watchlist“, meine Zeitung fasst „My News“ für mich zusammen und mein Online-Einkauf wird zu einem Erlebnis „nur für mich“. Dabei frage ich mich jedoch des Öfteren, warum die vorgeschlagenen Artikel nicht auf meine Interessen passen oder wer eigentlich Laufschuhe zusammen mit einem Smoking kauft. Versteht einer der größten Online-Händler unter Emanzipation etwa tatsächlich, den Akkubohrer direkt neben dem Ladyshaver anzubieten? Abweichende Kaufempfehlungen und langweilige Posts Heutzutage dürfte nahezu allseits bekannt sein, dass bei jedem Klick im Internet Daten über mich gesammelt werden und ich somit unentwegt digital getracked werde (siehe Blogbeitrag Kuhhandel). Somit scheint es eigentlich nur wenige Gründe dafür zu geben, warum die Ergebnisse der „persönlichen Angebote“ so sehr von meinen tatsächlichen Interessen abweichen müssen. Die Grundlage, mir ein echtes, individualisiertes Kauferlebnis zu schaffen, müsste doch eigentlich mittlerweile vorhanden sein. Trotzdem – wenn es nach der Meinung der Werbetreibenden geht – wollen diejenigen, die sich für die politische Lage im Nahen Osten interessieren, automatisch auch (Urlaubs-)Reisen an den gleichnamigen Ort unternehmen. Sogar auf meinen sozialen Netzwerkprofilen, denen ich heutzutage unbedarft einen Großteil meines Lebens anvertraue, stimmt die „Sortierung“ der Posts und Ereignisse nach […]

2,90 EUR für den Kaffee, 3,25 EUR das belegte Brötchen, 1,49 EUR für eine Apfeltasche und weitere 2,80 EUR für die Zeitung am Kiosk – das sind die Kleinstbeträge, die ich heute ausgegeben habe, und die auf einen Gesamtbetrag von 10,44 EUR kommen. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich zusätzlich fünf digitale Zeitungsartikel, zwei Blogeinträge und ein paar Videos konsumiert. Vermeintlich habe ich dafür nichts gezahlt (siehe Beitrag zu Teil 2 der Reihe – Warum Werbeprofile der Kuhhandel des 21. Jahrhunderts sind), aber mir Werbung angesehen. Da diese Werbung mir aufgrund meines Online-Profils ausgespielt wird, habe ich diesen digitalen Konsum indirekt mit meinen Daten bezahlt. In meinem letzten Beitrag hatte ich ausgeführt, wie AdBlocker die digitale Werbung für mich ausschalten. So greife ich in das Verhältnis zwischen freiem Digitalkonsum und einem industriellen Gegenwert ein, indem ich Inhalte konsumiere, aber gleichzeitig die Einkommensquelle der Website-Anbieter beschneide. Informationshappen auf dem Ernährungsplan Neben AdBlockern gibt es auch andere Möglichkeiten, die zwar Symptome des im Hintergrund laufenden Datenhandels bekämpfen, aber nicht die Krankheit selbst behandeln, die es in dem heutigen System gibt. Ein weiteres Mittel sind sogenannte Micro Payments (Zahlungen von Kleinstbeträgen), mit denen der Nutzer für den Konsum von Inhalten in Form […]