“If you are not paying for it, you’re not the customer; you’re the product being sold“ (Andrew Lewis) Seit ich dieses Zitat das erste Mal gelesen habe, verfolgt mich die Frage, was es mit dem Zitat auf sich hat und insbesondere welche Rolle diese Aussage in Bezug auf mein heutiges digitales Leben spielt. Sobald ich das Internet nutze, wird mir ständig suggeriert, etwas geschenkt zu bekommen oder von besonderen Angeboten profitieren zu können. In Wahrheit bekomme ich wahrscheinlich außer an meinen Geburtstagen oder den Zwei-für-Einen-Burger-Gutscheinen nichts geschenkt. Dennoch erlebe ich jeden Tag, dass die unzähligen Dienste, die ich regelmäßig nutze, nichts kosten – das Versenden von E-Mails, das Lesen meines Online-Lieblingsmagazins oder der Kontakt zu alten Schulfreunden durch soziale Netzwerke. Informationsinteresse an Internet und Online-Diensten in Deutschland (Quelle: Statista) Das böse Wort „Online-Werbung“ Wenn man sich auch nur einen Augenblick mit dem Geschäftsmodell der meisten Online-Dienste auseinandersetzt, versteht man schnell: Nichts ist umsonst und man bekommt nichts geschenkt! Denn tatsächlich bezahle ich diese unzähligen Angebote entweder damit, mehr zu konsumieren, als ich eigentlich wollte oder mit sämtlichen Informationen darüber, was ich kaufe und wer ich bin – also meinen persönlichen Daten. Ich habe dieses Internet kennengelernt, beherrscht von ratternden 56k […]

Heute bin ich 10,28 km gelaufen, habe damit 14.696 Schritte absolviert, fühle mich mit vier Schlafzyklen ausgeschlafen und habe zum Frühstück ein leckeres Müsli mit 375 Kilokalorien gegessen. Was sagt das über mich aus? Nun, einzeln betrachtet sind die Daten bereits recht interessant – vielleicht sollte ich jedoch meine Laufstrecke dem Schlaf anpassen oder etwas anderes essen, um mich besser auf meine Joggingrunde vorzubereiten. Auf Grund der Tatsache, dass ich aus meinen Rohdaten hilfreiche Statistiken für mich selbst generieren möchte, sehe ich, dass ich ein Teil der Quantified-Self-Gruppe bin. Einer Gruppe, die ihre analogen Daten mit Hilfe vieler Tools digital sammelt, um diese zur Selbstverbesserung auszuwerten. Beispielhafte Übersicht zur Nutzung elektronischer Geräte zur Überwachung des Gesundheitszustandes (Quelle: Statista) Quantified Self als Instrument zur Selbsterkenntnis und -optimierung Inzwischen sind viele Bereiche meines Lebens mit Hilfe verschiedener Soft- und Hardware digital abbildbar und damit auch auswertbar. Als jemand, der mehr über sich selbst erfahren möchte und Gadgets wie Fitnesstracker oder andere Produktivitätstools regelmäßig nutzt, gehöre ich in Deutschland zu einer steigenden Anzahl an Personen, die mehr über sich selbst und ihr Alltagsleben wissen möchte. Ich bin damit ein Anhänger der Bewegung „Quantified Self“, deren Ziel hauptsächlich der Erkenntnisgewinn bezüglich persönlicher, gesundheitlicher, sportlicher […]